Schweinehundrennen



Trübe und regnerisch ist es als ich mich auf den Weg mache. Die Scheibenwischer im Dauereinsatz. Trübe auch die Gedanken, der Schweinehund schlägt vor den Zeitnahmechip schon vor dem Start abzugeben.
Das Rad wird eingecheckt die zwei Wechselzonen werden eingerichtet und ich geh erst einmal zum quatschen mit Vereinsmenschen. Ich bin noch immer nicht wach.
15 Minuten vor dem Start ist der Neo an und zurechtgezupft ich stecke den großen Zeh in den größten Pool von München und es sind wirklich 17,5°C. Brrrrr, bibber, kalt. Ich schwimme mich ein.
10 Uhr und der Startschuss fällt, die Meute schwimmt los und ich anfangs noch vorne mit dabei bis, ja bis ich unter Schnappatmung leide. Es ist mir viel zu kalt ich komme nicht voran....Luft, Luft, Luft. Das kalte Wasser tut mir nicht gut und ich leide 400 bis 500 Meter vor mich hin. Ich hege schon den Gedanken mich auf den Rücken zu legen und mich von der Wasserwacht aus dem Wasser ziehen zu lassen oder zum Uferrand zu schwimmen. Nein, nein, nein das darf MIR nicht passieren und ich fang mich wieder. 
Der Schwimmausstieg ist auf den Pontons und ich kann nur noch wie ein Walross mich an Land wuchten, denn der komplette linke Oberschenkel macht dicht das letzte Drittel dicht und krampft beim Ausstieg. Atmen, langsam Atmen, auf die Beine kommen und in die Wechselzone "humpeln". Ich höre an der Seite ein "Wo bleibst denn du?!?!?!"
0:37:40 - 1.64 km - swim

Aus dem Neo mit krampfenden Hax zu kommen ist eine Qual, ich schlüpf in die Radschuhe und schnappe mir meine Gels und hüpfe auf das Rad.
Ohhh was für eine Wohltat, Gang runter und erstmal die Beine locker bekommen. Der übliche, greislige Gegenwind ist wieder da, die Vorfreude der Windstille war verfrüht, und es wird wieder nass von oben. 
Auf dem Rad geht es mir gut, ich kann rund treten und die Rundenzeiten zeigen mir meine besten Radzeiten an. Aber der Gegenwind nervt, die letzten 10 Kilometer merke ich wieder meinen linken Hax und schon wieder ist er da der Ferkelwauwau. "Fahr zu Ende, steig in der Wechselzone aus und freu dich über deinen besten Radsplit ever", nein du Lumpi mit der Steckdosennase gewinnst heute nicht. Wenn ich das heute nicht durchziehe, dann brauch ich in Roth gar nicht an den Start gehen.
1:24:24 - 38.71 km - bike; DHF 146 (82%)

Rein in die Laufschuhe, die Socken sind feucht und lassen sich nicht leicht über die Füße ziehen. Ich gehe auf die Laufstrecke und lass den Terrorkrümel am Rad stehen. 4 mal um die Tribüne rum und dann bist du im Ziel, aber es ist zäh. Da höre ich wieder von der Seite, diesmal vom Rad, "gib mir dein Trikot es ist viel zu warm" und ich drücke dem Herrn dieses in die Hand. In der zweiten Runde höre ich "fang ja nicht das gehen an auch wenn es weh tut". Die Hälfte ist durch und es läuft sich einigermaßen rund. Es gibt ein Gel von denen ich viel zu viel an Bord dabei habe, die dritte Runde ist durch und die letzte Runde läuft sich von alleine und ich bin im Ziel.
1:06:21 - 9,8 km - run; DHF 157 (88%)

Tja es kann nicht immer alles ganz rund und flockig sein. Es gibt auch Tage die zum beißen sind. So ganz ehrlich hab ich ja auch viel von der MD gezehrt. Viel Training und Tempodruck war ja die letzten 3 Wochen nicht mehr drin Trotzdem freu ich mich, denn ich sehe das sich ganz gewaltig was auf dem Rad getan hat.

3:15:04; 53 Frau; 4. AK.
Eine Minute langsamer als letztes Jahr und doch irgendwie schneller.

Aber jetzt heißt es endlich PAUSE und runterfahren.

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